Die Situation in Altenberg charakterisiert sich durch den Gegensatz der Bedeutung dieses Ortes und der Heterogenität und räumlichen Regellosigkeit des heutigen Freiraumgefüges. Der Entwurf konzentriert sich darauf, die vorhandenen Qualitäten durch gezielte Vereinfachungen herauszuarbeiten und neu zur Geltung zu bringen. Der Domplatz, befreit von Mauern, Hecken und Einbauten, soll wieder eine angemessene Ausdehnung erhalten und als grosser, zusammenhängender Freiraum erlebbar werden. Vor dem Altenberger Hof wird mit einem massgeschneiderten Objekt auf die heutigen Konflikte der unterschiedlichen Nutzungsansprüche reagiert. Ein in seiner Disposition und Setzung zonierender Pavillon situiert sich im Spannungsfeld der historischen Nachbarschaft. Die Eigenschaften des Spiegelreflexglases, welches für die gegen den Dom gerichtete Fassade verwendet wird, sind vielfältig. Während diese einseitig transparente Verglasung dem geschützten Besucher der Gaststätte die freie Sicht zum Dom gewährt, eröffnet sich dem Betrachter von der gegenüberliegenden Seite ein illusionistischer Anblick. Je nach Standpunkt und Nähe des Betrachters zur spiegelnden Oberfläche des Pavillons sind unterschiedliche Bildfragmente der Domfassade erfahrbar. Die selbstbewusste und ruhige Qualität des Pavillons wird gewonnen aus der Direktheit und der spiegelnden Transparenz, mit denen er von seiner besonderen Lage und Verwendung spricht.

Standort: Altenberger Dom, 51519 Odenthal, Deutschland
Ausloberin: Gemeinde Odenthal
Realisierungswettbewerb: Herbst, 2008, 3. Rang
Landschaftsarchitekt, Projektleitung: Koepfli Partner GmbH, Luzern