Das Grundstück für die geplante Wohnüberbauung Mülimatt liegt auf einer Hangterrasse oberhalb des Zugersees. Der Ort wird geprägt durch die wunderbare Fernsicht auf und über den See sowie durch den grosszügigien Blick in die Voralpen. Flankiert werden diese Aussichtsqualitäten von der stimmigen Lage innerhalb einer intakten, naturnahen Landschaft. Die städtebauliche Disposition der Wohnbauten zielt auf eine klare Trennung der preisgünstigen Mietwohnungen im Norden des Areals und den zum Verkauf bestimmten Eigentumswohnungen im Osten. Während sich der viergeschossige Mietwohnugsbau quer zum Gefälle erstreckt, verläuft der niedrige Eigentumswohnugsbau entlang den Höhenlinien der Hangterrasse. Sowohl die charakteristische Ansicht vom Zugersee auf das einstige Franziskusheim als auch die Fernsicht der nahen Klinik bleiben weitgehend bestehen. Die Konzentration der Bauvolumen in zwei winkelartig angeordente, differenziert geliederte Grossformen hat einen zentralen, zusammenhängenden Grünraum zur Folge, welcher für die Identität der Siedlung und die Qualität der einzelnen Wohnungen einen entscheidenden Beitrag leistet. Dieser orientiert sich in Lage, Form und Ausdruck am nahegelegnen Mülibach und die das Gewässer begleitende Vegetation. Sanfte volumetrische Verschiebungen der Struktureinheiten lassen die jeweils aus zwei Gebäuden bestehenden Flanken als organisch anmutende, ganzheitliche Reihungen in Erscheinung treten. Die kräftige Formensprache der Wohnbauten bildet eine Gesamtheit. Diese wird durch eine sich annähernde Farbgebung in Grau und natürliche Materialien vom gleicher Quelle und durch die harmonischen Freiräume der Siedlung gestärkt.

Standort: Mülimatt, 6317 Oberwil, Zug
Veranstalter: Verein Barmherzige Brüder Maria Hilf, Schweiz
Projektwettbewerb: Frühling, 2011, 2. Rang
Überarbeitung: Sommer, 2011, 2. Rang
Landschaftsarchitekt: Koepfli Partner GmbH, Luzern