Die Stadt Sursee ist ein wichtiges regionales Zentrum im Kanton Luzern. Sie hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt, nicht nur im Kern, sondern besonders auch im Bereich zwischen der Altstadt und dem Bahnhof. Der städtebauliche Charakter der Eisenbahn Vorstadt wird geprägt durch pragmatische, orthogonale Einzelbauten welche sich entlang dem Strassenraum aufreihen und diesen begrenzen. Die über die Jahre gewachsene, heterogene Struktur wirkt offen und direkt und zeugt von einer ortsbaulichen Vielfalt. Die Stellung und Geometrie der vorgeschlagenen Neubauten nimmt wie im räumlichen Entwicklungskonzept der Stadt Sursee vorgesehen auf den Charakter der bestehenden Bebauung Rücksicht und fügt sich selbstverständlich in diese ein. Die raumbildenden Elemente der neuen Bebauung gliedern sich in Gebäudesockel und Bauteile die sich über diesen Sockel erheben und bedient sich somit einer in der Umgebung gängigen, der allgemeinen Mischnutzung entsprechenden Gebäudetypologie. Auf der Parzelle Nr. 1022 wird ein rund 40 Meter hohes Gebäude vorgeschlagen das sich betreffend der Gebäudehöhe auf die anzustrebende Richtgrösse der städtebaulichen Leitlinien bezieht. Die Stellung und Grundform des Gebäudes orientiert sich an den bestehenden Bauten an der Bahnhofstrasse und vermag die selbstverständliche Aufreihung von hochstehenden Bauten mit einer längstrechteckigen Grundform entlang dieser Hauptachse zu stärken. Weiträumige Bezüge zwischen der Altstadt und dem Bahnhofgebiet werden artikuliert. Der Neubau auf der Parzelle Nr. 1178 ist entlang der Christoph-Schnyder-Strasse positioniert, stärkt den Strassenraum und nimmt die Stellung und Ausrichtung betreffend Bezug auf die nahen Wohnbauten an der Schnydermatt. Die Neubauten sind sowohl vertikal als auch horizontal gegliedert und mit Klinker verkleidet. Während die horizontale Gebäudestruktur auf dem Grundsatz der Signifikanz der Nutzung basiert, verbindet die rhythmisierte Komposition in der Vertikalen die Bauten als Einheit. Die Materialität der Aussenhülle reagiert auf die jüngere Klinkerkultur der Eisenbahner Vorstadt und verfolgt die Strategie einer vornehmen Zurückhaltung welche der ortsbaulichen Bedeutung des Projektes angemessen erscheint.

Standort: Parzellen Nr. 1022 und Nr. 1178, 6210 Sursee
Auftraggeber: LUKB, Luzern, RVC Real Estate AG, Baar
Projektwettbewerb: Frühling, 2015
Arbeitsgemeinschaft: Schärli Architekten AG, Luzern