Der Bereich für den geplanten Schulhausneubau in Sachseln beschreibt eine für das Ortsbild der Gemeinde bedeutende Schnittstelle zwischen den zwei angrenzenden Siedlungsgebieten Dorfkern und Schulareal. Das im Inventar der Schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als Wiesland mit öffentlichen Bauten benannte Gebiet liegt zwischen der Brünigstrasse und der Edisriederstrasse an einem Hang, der sich zum nahen Sarnersee hin neigt. Siedlungstypologisch prägen heterogene, aus Streusiedlungsmuster gewachsene Wohnbaugebiete die Umgebung. Neben den bestehenden Schulhausbauten sind es die grossflächigen Hallenbauten an der Brünigstrasse sowie das Gemeindehaus welche als Einzelbauten städtebauliche Relevanz erlangen. Letzteres, ein eleganter Bau des Historismus, wurde 1868 als Schulhaus geplant. Der neue Schulhausbau wird im Nordosten des Bearbeitungsperimeters situiert und schafft sowohl Bezüge zum unmittelbaren Kontext als auch zum weiträumigen Landschaftsraum. Der Neubau besteht aus zwei Teilen, einem fünfgeschossigen Hauptbau in der Mitte des Areals und einem offenen, eingeschossigen Bauteil im Nordosten des Grundstückes. Dieser räumlich gefasste Pausenhof schliesst den Neubau an die Edisriedstrasse an und ergänzt damit die Bauten entlang der Strasse massvoll. Die zurückversetzte Stellung des Hauptbaus vermag einen offenen Raum hin zum Dorfzentrum zu erhalten und verhindert somit eine städtebauliche Zäsur zwischen Siedlungskern und Siedlungsrand. Die räumliche Konzentration der Baumassen entlang der Gebietsgrenze hat im Bereich des heutigen Schulhauses „Türli“ einen grosszügigen Freiraum zur Folge. Dieser Aussenraum strahlt einen offenen Charakter aus und vermag die beiden das Grundstück flankierenden Mobilitätsachsen miteinander zu verbinden und somit die Wegverbindungen des Quartiers zu stärken.

Standort: Edisriederstrasse, 6072 Sachseln
Veranstalter: Einwohnergemeinde Sachseln
Studienauftrag: Herbst, 2015
Landschaftsarchitekt: freiraumarchitektur gmbh, Luzern