Am 9. Juni 1856 eröffnete die Schweizerische Centralbahn die Strecke Olten – Emmenbrücke. Damit waren die Voraussetzungen für die Stadterweiterung von Sursee in Richtung Südwesten gegeben. In der Folge entstanden im Spannungsfeld von Altstadt und Bahnhof Fabriken, öffentliche Bauten, Villen und andere repräsentative Wohnbauten und Mietshäuser. Das aus unterschiedlichen Gebäuden des 19. und 20. Jahrhunderts bestehende Bahnhof- und Industrieareal breitet sich entlang der Geleise auf einer Länge von mehr als 700 Metern aus. Den baulichen Hauptakzent bilden die hoch aufragenden Getreidesilos der Futtermittelfabrik UFA AG. Sie bestimmen nicht nur die Silhouette des Industriequartiers, sondern des ganzen westlichen Stadtteils. Das Projekt reagiert mit zwei Bauten auf die Aufgabenstellung, einem liegenden Gebäude im Süden und einem Hochhaus im nördlichen Bereich des Perimeters. Die Stellung der Bauten entwickelt sich entlang des Bahnhofplatzes und bildet eine klare Trennung zwischen den Punktbauten im Hofraum und dem Bahnhofplatz. Die Höhenentwicklung der Bauten orientiert sich am Bestand und der städtebaulichen Vision des Quartiers. Das historische Verwaltungsgebäude der ehemaligen Ofenfabrik ist durch einen rückseitigen Aussenraum freigestellt. Der Aussenraum ist für die Bewohner des Areals gedacht und dient ihnen als atmosphärisches Zentrum. Er bezieht sich in Lage und Ausformulierung auf den historischen Bestand und bildet zusammen mit dem Altbau eine kräftige Einheit. Ganz im Sinne der städtebaulichen Maximen der Entwicklung des Bahnhofgebietes bietet das Projekt hinsichtlich der Gestaltung des Bahnhofplatzes die Grundlagen für einen urbanen Ort mit hohen Aufenthaltsqualitäten und einem als Imageträger für die Stadt Sursee angemessenen Erscheinungsbildes.

Standort: Bahnhofplatz, 6210 Sursee
Auftraggeber: Pax, Schweizerische Lebensversicherungs-Gesellschaft AG, Basel
Studienauftrag: Frühling, 2016, 1. Rang