Schützenmatt Inwil

Die Gemeinde Inwil erstreckt sich vom Ausläufer des Lindenbergs, dem Inwilerberg bis zum Nordufer der Reuss und liegt zwischen Luzern und Zug. Inwil war bis in jüngster Zeit ein fast klassisches Strassendorf. Das Dorf zieht sich daher stark in die Länge, was jedoch dem Ortsbild keinen Abbruch tut, denn die Kirche unterbricht die Gerade auf eine harmonische Weise und verleiht dem Ortsbild eine seltene Qualität. Das Areal Schützenmatt ist ein zentrales Gebiet mit grosser Bedeutung für die künftige Entwicklung der Gemeinde, es liegt auf der Nordseite der Hauptstrasse zwischen dem historischen Dorfkern mit Pfarrkirche und der Schule im Osten. Das Projekt reagiert mit dreizehn Neubauten auf die Aufgabenstellung. Im Bereich der Hauptstrassse ergänzen drei viergeschossige Häuser und ein Ergänzungsbau den Bestand. Der Strassenraum wird stärker gefasst und belebt. Der hin zum Hang anschliessenden Grundstückflächen werden mit drei Gebäudegruppen à je drei Häuser bebaut. Eine übergordnetes Wegnetz trennt und verortet die einzelnen Inseln und verwebt das Areal mit der Nachbarschaft. Das Bebauungsmuster fügt sich zurückhaltend in die vorhandenen Strukturen ein, trägt der Verbindung zwischen der Hauptstrasse und dem Rütiquartier Rechnung und vermag respektvoll auf den Bachmannhof zu reagieren. Der städtebauliche Ansatz verfolgt eine Weiterentwicklung der heutigen Baustruktur mit spezifischen Punktbauten und den für historisch gewachsene Dorfkerne charakteristischen räumlichen Verdichtungen. Die zwei Hauptziele dabei sind die Schaffung von qualitativem Wohnraum und der Stärkung der Dorfkernzone durch die Verbindung von Kirche, Schulhaus und Dorfplatz. Der zentrale Platz, das übergeordnete Wegnetz und die halbprivaten, gefassten Plätze innerhalb der Gebäudegruppen schaffen für die Bewohner gute Begegnungsmöglichkeiten, stärken das nachbarschaftliche Umfeld und fördern das Dorfleben. Die Ausdrucksweise der ruhig wirkenden Bauten basieren auf jeweils längsrechteckigen Grundflächen und flach geneigten Satteldächern. Die Häuser sind in ihrer Höhenlage pragmatisch, der Hangneigung entsprechend disponierten und verfügen über ein teilweise erhöhtes Erdgeschoss. Diese werden über unterschiedlich lange Treppen mit den umgebenden Gartenflächen verwoben. Der vorgefundene Geist des Ortes wird mit einer äusseren Erscheinung aus Holz übersetzt. Geschossweise werden die Fassaden mit horizontalen Elementen konstruktiv geschützt und sind so langlebig und unterhaltsarm gestaltet. Raumhohe, zweiflüglige Fenstertüren mit vorgelagerten, feingliedrigen Staketengeländer aus Stahl bilden den Grundtypus der Fassadenöffnungen.

Bauart: Neubau, Dorfkernentwicklung
Nutzung: Wohnen, 100 Einheiten, Gewerbe
Standort: Schützenmatt, 6034 Inwil
Studienauftrag: 2020
Landschaftsarchitektur: atelier tp, Rapperswil