Murhof St. Urban

Die Geschichte des Murhofs führt vom Heim für armengenössige Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Pfaffnau zum Altenheim. Um zukünftigen Bedürfnissen zu entsprechen hat sich die Gemeinde dazu entschlossen, das Zentrum Murhof neu zu bauen. Das Ensemble des Murhofs ist in eine einmalige Landschaft von nationaler Bedeutung eingebettet. Als Sonderfall der Agrar- und Kulturgeschichte hat sich ein Ensemble barocker Klosterscheunen aus dem 18. Jahrhundert in der Umgebung von St. Urban und Pfaffnau erhalten, welche wichtige Orientierungspunkte im Landschaftsraum bilden. Die Klosterscheune Murhof ist ein wichtiger Zeitzeuge innerhalb dieses Ensembles. Der originale Grundrissplan der Klosterscheune von 1789 zeigt eindrücklich die geometrische Anordnung der vier Felder, aufgeteilt auf Scheune, Wohnhaus, Vorplatz und Nutzgarten. Der Projektvorschlag knüpft an dieser ursprünglichen Anordnung an. Ein einfach geschnittener Baukörper, auf der Gebäudegrundform und Grösse der Klosterscheune basierend, ergänzt die bestehende Klosterscheune. Herzstück des Entwurfs bildet der neue Platz der sich zwischen den beiden Bauten. Die geforderten Nutzflächen werden über insgesamt fünf Geschosse organisiert. Das Erdgeschoss des neuen Gebäudes weist mit den grosszügig angelegten Haupträumen wie Foyer, Restaurant und Cafeteria einen starken räumlichen Bezug zum neu angelegten Murhofplatz sowie zum Landschaftsraum auf. Zwei Pflege- Wohngruppen sind pro Geschoss untergebracht. Der klar strukturierte Grundriss lässt die Ausblicke in Richtung Nordosten und Südwesten zu und sucht die strukturelle Referenz im Erdgeschoss der Klosterscheune. Die offene mittig angelegte Treppenanlage verbindet die beiden Essräume zu einem Raumkontinuum und schafft damit einen unverwechselbaren charakteristischen Raum, welcher auch in der Vertikalen eine Verbindung zulässt. Das oberste Geschoss beherbergt nebst einer Pflegewohngruppe und allgemeinen Räumen eine Dachterrasse mit einem stimmungsvollen Dachgarten. Die klare, auf den Vorgaben des Holzbaus basierende Grundrissstruktur widerspiegelt sich in der Fassadegestaltung und derer Gliederung. Grosszügige Panoramafenster und Lüftungsfenster bilden eine gestalterische Einheit und ermöglichen optimierte Ausblicke in die Umgebung. Ein wesentlicher Bestandteil der Fassade sind die umlaufenden Vordächer der einzelnen Geschosse. Diese bieten materialgerechten Schutz für die Holzfassade und garantieren eine nachhaltige Konstruktion. Ein Netz von vertikalen und horizontalen Strukturelementen umhüllen den Baukörper und verleihen der Fassade eine angemessene Masstäblichkeit.

Bauart: Neubau
Nutzung: Betreutes Wohnen, Pflege
Standort: Murhofstrasse 4, 4915 St. Urban
Offener Projektwettbewerb: 2020
Landschaftsarchitektur: atelier tp, Rapperswil
Holzbauingenieur: Pirmin Jung AG, Rain