Arealentwicklung Luzernerstrasse Luzern

Das Areal Luzernerstrasse Littau liegt im westlichen Teil der Stadt Luzern. Die zu beplanenden Parzellen beherbergen Genossenschaftsbauten in Zeilenbauweise aus den 1950er-Jahren und liegen nördlich der Kantonsstrasse. Ebenfalls Teil des Perimeters ist das Wohnhochhaus Fanghöfli an der Luzernerstrasse 150 aus den frühen 1960er-Jahren, entworfen vom Luzerner Architekten Joseph Gasser. Das Grundstück wird mit drei grazilen, siebengeschossigen Zeilenbauten bebaut. Hin zur Luzernerstrasse verfügen die Häuser über feingliedrige Flügelbauten, die den angrenzenden Strassenraum begleiten und ruhige Wohnhöfe zwischen den Zeilen schaffen. Diese maximal ausgedehnten, durchgrünten Freiräume bilden die atmosphärischen Herzen des neuen Areals, verbinden sich selbstverständlich mit den angrenzenden Freiräumen der Nachbarschaft, stärken die typische Quertransparenz des Quartiers und ermöglichen von Offenheit geprägte Einblicke und Durchsichten. Die schmalen, hochrechteckigen Seitenfassaden entlang des Mattweges reihen sich in die Typologie der Bestandesbauten ein und wirken trotz der stattlichen Höhe vertraut und angemessen. Im Westen reagiert die neue Wohnsiedlung mit einer beruhigenden, raumbildenden Stadtfassade auf die vielfältige Ausgangslage und stärkt so die Vormachtstellung des Wohnhochhauses Fanghöfli. Während der neue Stadtpark räumlich selbstverständlich gefasst wird, vermögen die Dimensionen der Fassade eine Antwort auf die südlich der Luzernerstrasse disponierten Grossstrukturen zu geben, ohne den hier angewandten Massstab zu kopieren. Das Herzstück der angestrebten Wohnqualität bilden die luftigen Grünräume im Zentrum des Areals. Jede Wohnung profitiert von diesen grossen Naturräumen. Mit rund 12 Metern Gebäudetiefe bieten die Abmessungen der Bauzeilen eine gute Grundlage für eine hohe Wohnqualität. Die zweiseitige Orientierung der Wohnungen sorgt für eine hervorragende natürliche Belichtung, ermöglicht Querlüftung und unterstützt eine effektive Nachtauskühlung. Mit dem Ziel eine lebendige Nachbarschaft zu fördern und die soziale Interaktion sowohl innerhalb des Hauses als auch im gesamten Quartier zu stärken, umgarnt ein präzises Netz an Bewegungsräumen und Erschliessungsflächen das Projekt. Unaufdringlich, aber präsent werden verschiedene bauliche und atmosphärische Einzelteile zu einem übergeordneten, gemeinschaftlichen Ganzen gefügt. Unter Berücksichtigung der individuellen Privatheit soll der Entwurf ein starkes Miteinander ermöglichen, sowohl zu Gunsten der Bewohnenden als auch die Qualität der Arbeitsräume betreffend. Aus der organisatorischen und konstruktiven Logik der Häuser entwickelt sich eine feine und offen wirkende Tektonik. Die der additiven Konstruktionsart geschuldete Feingliedrigkeit wird mit einer zurückhaltenden und naturnahen Farbigkeit kombiniert. Einzelne Bauteile werden in ihrer Mehrfachanwendung zum kräftigen Gestaltungselement. Ausdruckstarke, adressbildende Oberflächen manifestieren den ökonomischen Geist der Siedlung.

Bauart: Neubauten, Arealentwicklung
Nutzung: Wohnen, Gewerbe, Büro, Kindergarten
Standort: Luzernerstrasse 134 - 150, 6014 Luzern
Projektwettbewerb: 2025, 3. Rang
Bauherrschaft: Baugenossenschaft Matt, Luzern
Landschaftsarchitektur: atelier tp, Wetzikon
Holzbauingenieur: Pirmin Jung Schweiz AG, Sursee
Bilder: Nightnurse Images AG, Zürich